MASKENBILD


 

AUSBILDUNG & QUALIFIKATION

Lehrberuf Maskenbildnerin / Maskenbildner

 

Seit Herbst 2018 ist es zum ersten mal auch in Österreich möglich, eine MaskenbildnerInnen-Lehre zu absolvieren!

Diese neue Ausbildung verdanken wir nicht zuletzt dem unermüdlichen Einsatz von Herbert Zehetner. Er war Chefmaskenbildner im Wiener Burgtheater (und filmmakeup-Ehrenitglied) und hat viele Jahre für die Entwicklung eines eigenen Berufsprofils und vor allem einer eigenen Ausbildung in Österreich gekämpft. Als Supervisor hat er auch nach seiner Pensionierung den Unterricht an der Berufsschule ehrenamtlich begleitet.

Wie lange der Weg bis zum anerkannten Lehrberuf wirklich war, kann man hier auf Seite 16 nachlesen.

 

Lehrinhalte im Überblick:

Theoretisch-betriebswirtschaftliche und allgemeinbildende Fächer:
  • Politische Bildung
  • Angewandte Wirtschaftslehre
  • Deutsch und Kommunikation
  • Berufsbezogene Fremdsprache Englisch

 

Fachtheoretische Fächer:
  • Fachkunde
  • Fachzeichnen

 

Fachpraktische Fächer:
  • Fachpraktikum

 

Lehrinhalte des kompetenz-orientierten Lehrplanes (Auszug, 1. Klasse):
  • Kopfabdruck, Gipsköpfe, hautfarbige Glatze, Monturenbau, Tressieren und Knüpfübungen, Nasenformenbau, Gelatinenase, Modellieren, u. v. m.

 

Den gesamten Rahmenlehrplan (inkl. Berufsbild und Infos zur Lehrabschlussprüfung) findet man unter diesem  Link (PDF). Interessierte können sich auch direkt an die  Berufsschule wenden.

 


 

MaskenbildnerInnen-Lehre im 2. Bildungsweg

 

Neben der klassischen, 3-jährigen Lehre zur MaskenbildnerIn gibt es in Österreich seit Herbst 2019 auch die Möglichkeit einer Lehre im 2. Bildungsweg. Diese wendet sich an Erwachsene die eine Vorbildung mitbringen; konkret lauten die Voraussetzungen:

  • Abgeschlossene Schulausbildung
  • Mindestalter 18 Jahre
  • Aufnahmegespräch
  • Mindestens 1,5 branchenspezifische Jahre Praxiserfahrung (zB. eine Ausbildung zum Make-up Artist mit anschließender Tätigkeit als Abendaushilfe in einem Theater)

 

Die Inhalte der Ausbildung sind in zwei Module eingeteilt:

 
MODUL 1
  • Kenntnisse und Anfertigen von Perücken / Haarteilen
  • Verschiedene Klebetechniken für Theater und Film
  • Schneidetechniken, Wellen ondulieren
  • Anfertigen von Arbeitsköpfen / Monturen
  • Tressieren (doppelt deutsch, einfach deutsch, englisch), Krepp
  • Haar- und Haarersatzarbeiten für Theater- Film- und Fernsehproduktionen
  • Färben / Schneiden / Formen von Perücken / Haarteilen / Bärten etc.
  • Frisurenentwürfe realisieren
  • Haare Rollengerecht gestalten
  • Stilkunde
 
MODUL 2
  • Anfertigen von Glatzen / Teilglatzen / behaarte Glatzen
  • Knüpfen / Kleben / Stechen von Film–Bärten
  • Formenbau
  • Das Arbeiten mit unterschiedlichen Materialen wie Hartgips/ Polyester/ Epoxiharz / Silikon etc.
  • Masken-Konzeption
  • Anfertigen von Prosthetics aus Silikon, Heiß-Schaum / Gelatine etc. in verschiedenen Verfahren – z. B. Flat-Moldmaking
  • SFX / Art-Finish/ Painting
  • Ausstattungskonzeption entwickeln und präsentieren

 

In der Zeit zwischen Modul 1 und Modul 2 ist ein Praktikum im Ausmaß von mindestens 120 Stunden zu absolvieren.

Der Lehrgang dauert ca. 1,5 Jahre und kann mit einer kommissionellen Prüfung (Außerordentliche Lehrabschlussprüfung) abgeschlossen werden, sobald alle erforderlichen Praxis-Zeiten gesammelt wurden.

Gaby Grünwald (filmmakeup-Mitglied) hat die Kursleitung inne und hat ein tolles TrainerInnen-Team zusammen gestellt! Hier gibt es weitere  Informationen zum Lehrgang.

 


 

In Deutschland ist es möglich Maskenbild zu studieren und zwar an der Hochschule für Bildende Künste Dresden sowie an der Theaterakademie August Everding in München. Für beide Studiengänge gibt es unterschiedliche Voraussetzungen und Aufnahmeprüfungen. Details dazu finden sich auf den jeweils verlinkten Homepages.

Allgemeine Fragen zu den Voraussetzungen die man mitbringen sollte und zum Beruf MaskenbildnerIn selbst werden in den FAQs am Ende dieser Seite beantwortet.

 


 

BERUFSBILD & RAHMENBEDINGUNGEN

 

Hier das Berufsprofil aus der  Ausbildungsordnung (PDF) für die MaskenbildnerInnen-Lehre:

„Durch die Berufsausbildung im Lehrbetrieb [Theater] und in der Berufsschule soll der im Lehrberuf Maskenbildner/Maskenbildnerin ausgebildete Lehrling befähigt werden, die nachfolgenden Tätigkeiten fachgerecht, selbständig und eigenverantwortlich ausführen zu können:

  • 1. Erstellen von kreativen Entwurfsskizzen und -zeichnungen von Hand oder rechnergestützt und von Modellen sowie Durchführen von Berechnungen im Zusammenhang mit der Gestaltung von Masken,
  • 2. Entwickeln von Maskenkonzeptionen sowie Planen, Entwerfen und kreatives Gestalten von Masken unter Beachtung der Zusammenhänge von Form, Farbe und Werkstoff nach eigenen Ideen oder nach künstlerischen Vorgaben einschließlich Abstimmen mit dem Auftraggeber,
  • 3. Anfertigen von Perücken, Haarteilen, Gesichts- und Körperbehaarungen aus Haar und haarfremden Werkstoffen, von Glatzen, Teilglatzen und behaarten Glatzen sowie Schneiden und Gestalten von Frisuren aus Eigenhaar, Perücken und Haarteilen verschiedener Zeitepochen, Stilrichtungen und nach Fantasie,
  • 4. Anfertigen von starren und flexiblen Masken, von Gesichts- und Körperteilen sowie von Spezialeffekten wie Hautveränderungen, Aktionsverletzungen, Deformationen usw.,
  • 5. Auftragen von natürlich, zeitgemäß, verjüngend, vorteilhaft, charakterverändernd, alternd sowie deformiert, hautverändernd, aktionsverletzt, verschmutzt usw. anatomisch angepasst wirkender Schminke verschiedener Zeitepochen und Stilrichtungen; Schminken von Fantasie- und Tiermasken sowie von plakativen Masken und Körperbemalungen (Bodypainting),
  • 6. Erstellen von Produktionsschminkplänen sowie Dokumentieren des fertigen Maskenkonzeptes und dessen Ablaufs,
  • 7. Betreuen von Proben und Vorstellungen im Veranstaltungsbereich sowie bei Foto-, Film- und Sendebetrieben im Medienbereich,
  • 8. Abnehmen, Instandhalten, Ausbessern und Reinigen von Masken-, Perücken und Haarteilen sowie Entnehmen bzw. Rückführen dieser an den Fundus.“

 

Vergleicht man diese Beschreibung mit den von uns angeführten Aufgaben einer Film-Maskenbildnerin / eines Film-Maskenbildners (siehe FAQs am Ende dieser Seite) so ist vieles davon ähnlich. Das Medium Film erfordert allerdings oft die Verwendung anderer Materialien und Techniken als in einem Theaterbetrieb (Stichwort: Großaufnahmen in HD-Qualität).

Generell kann man sagen, dass an Theatern, Opern- und Musicalhäusern etc. in Schichten gearbeitet wird und häufig Sonn- und Feiertagsarbeit anfällt.

Bei Film- und Fernsehproduktionen beträgt die wöchentliche Arbeitszeit zumeist 60 Stunden. Obwohl diese Anzahl offiziell nicht überschritten werden darf, fallen häufig Überstunden darüber hinaus an. Zwischen dem Arbeitsende eines Drehtags und dem Arbeitsbeginn des nächsten müssen 11 sog. „Ruhestunden“ liegen.

Drehs an Originalschauplätzen machen mehrwöchige/ mehrmonatige Abwesenheiten vom Wohnort erforderlich. Eine Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist de facto nicht – oder nur unter größten Anstrengungen (und hohen Kosten!) gegeben. Um mehr Einblick in die Lebensrealität von Filmschaffenden in Österreich zu bekommen lohnt ein Blick in die Studie zur sozialen Lage der Filmschaffenden.

Die genauen Rahmenbedingungen werden in zwei unterschiedlichen Kollektivverträgen geregelt:

 


KOLLEKTIVVERTRAG & RECHTLICHES

 

Kollektivvertrag

 

Kollektivverträge werden zwischen kollektivvertragsfähigen Vertretungen der Arbeitgeber- und der Arbeitnehmerseite abgeschlossen. Sie regeln neben dem Mindestentgelt weitere wesentliche arbeitsrechtlicher Bestimmungen (insbesondere Entgeltregelungen, flexible Arbeitszeitformen, Beendigung des Arbeitsverhältnisses, etc.).

Die offizielle Vertretung von MaskenbildnerInnen ist younion_DieDaseinsgewerkschaft.

Für Theater-MaskenbildnerInnen ist die  Sektion Technik in Veranstaltungsbetrieben zuständig.
Für Film-MaskenbildnerInnen ist die  Sektion Film, Foto, AV-Kommunikation zuständig.

 

KV für Filmberufe

 

Hier der  Kollektivvertrag als PDF – gültig ab 1.1.2020. Er regelt Arbeitszeiten und -verträge, Gagen und Sonderzahlungen, die Art wie Arbeitsverträge aufgelöst werden können, etc.

Hier die  Mindestgagen als PDF – gültig ab 1.1.2020.

Hilfstabelle zur Berechnung der Gagen 2020 als Download (excel-Tabelle):

Achtung! Damit keine Tabellenveränderungen absichtlich oder unabsichtlich erfolgen können, sind die excel-Dateien passwortgeschützt. In den Tabellen ist weiters vermerkt, dass ausschließlich in die gelbe Spalte die jeweilige Gage einzutragen ist, die anderen Spalten zeigen sodann die Detaillierungen (zB. SZ, UEL ua.) an. Ist die eingetragene Gage geringer als die Mindestgage werden als deutlicher Hinweis auf eine Unterzahlung bewusst keine Detaillierungen angezeigt! 

 

Erläuterung zu den Gagenpositionen des Kollektivvertrags Filmberufe:

 

Ende der 1970er Jahre sind die Sozialpartner bei der Erstellung des Mindestgagentarifs übereingekommen, dass je kürzer das Arbeitsverhältnis ist desto „höher“ sollte die entsprechende Abgeltung (Gagen) sein. Letztlich wurde der Einzeltag mit einem Viertel der Wochengage bewertet, die Wochenpauschalgage war das andere Ende. Grundlage der Differenzierung ist jedoch die Monatsgage (1. Berufsjahr).

 

Als Berechnungshilfe Erläuterung der einzelnen Gagenpositionen:

MONATSGAGE:
Die Monatsgage ist gemäß § 4 KV Filmberufe nur bei unbefristeten bzw. befristeten Arbeitsverträgen mit einer Vertragsdauer von mindestens 3 Monaten zulässig. Berechnung: Die Monatsgage wird im 2. Arbeitsjahr um 8,33% und im 3. Arbeitsjahr um weitere 7,69% angehoben.

WOCHENGAGE:
Die Wochengage ist die Monatsgage (1. Arbeitsjahr) dividiert durch 4,33 plus 66,7%.

TAGESGAGE:
Die Tagesgagen für kurzfristige Beschäftigungsverhältnisse (= weniger als eine durchgehende Arbeitswoche) beträgt 1/4 der Wochengage. Werden Arbeitnehmer*innen für mehr als einen Wochentag beschäftigt, aber weniger als eine Arbeitswoche (=5 Tage), so beträgt die Tagesgage 1/5 der Wochengage.

WOCHENPAUSCHALGAGE (nur bei projektbezogener und befristeter Arbeitsleistung):
Die Wochenpauschalgage nach § 7 ist eine Ausnahmereglung des Arbeitszeitgesetzes und nur bei Arbeitsbereitschaft in angemessenem Umfang zulässig (AZG § 5). Sie ist nicht mit der in der letzten Legislaturperiode eingeführtem „12-Stunden–Tag“-Regelung gemäß AZG § 9 zu verwechseln.

Die Wochenpauschalgage beinhaltet die Abgeltung der Arbeitsleistung in der wöchentlichen Normalarbeitszeit (40 Stunden von Montag bis Freitag) und eine Überstundenleistung bis zu 2 Stunden (9. und 10. Stunde) täglich anschließend an die tägliche Normalarbeitszeit. Die Arbeitnehmer*innen erhalten für die ersten 2 Stunden nach Beendigung der täglichen Normalarbeitszeit einen 50%-Zuschlag. Weiters sind 10 Arbeitsstunden (NAZ) Arbeitsbereitschaft enthalten.

Der Regelfall ist eine Beschäftigung der Arbeitnehmer*innen von Montag bis Freitag je 12 Stunden/Tag; eine Beschäftigung Montag bis Samstag je 10 Stunden/Tag ist gemäß KV Filmberufe zulässig, wobei jedoch ebenfalls die Arbeitsbereitschaft von 10 Arbeitsstunden (NAZ) eingehalten werden muss.

Die 60 Stunden per Arbeitswoche sind gemäß AZG die absolute Höchstgrenze der zulässigen Arbeitszeit; eine Überschreitung ist gesetzlich unzulässig – auch bei zusätzlichem (Überstunden-) Entgelt.

Für Nachtarbeit gelten Sonderreglungen im KV, die eine zusätzliche Entlohnung über die im Mindestgagentarif genannten Beträge notwendig machen können, da die Wochenpauschalgage nur die Arbeitsleistung in der Normalarbeitszeit abdeckt.

Berechnung: Die Wochenpauschalgage für projektbezogene Arbeitsverträge gemäß § 7 ist das 1,385-fache der Wochengage auf Basis der 40-stündigen Normalarbeitszeit. Wir empfehlen, die in der Wochenpauschalgage enthaltenen Überstundenzuschläge unter Nachweis der Überstundenleistung gemäß obiger Berechnungsgrundlage gesondert abzurechnen.

 


 

Rechtliches

 

Ist man Mitglied von younion_DieDaseinsgewerkschaft, erhält man Beratung in arbeits- und sozialrechtlichen Fragen und kostenlosen Rechtsschutz in arbeitsrechtlichen Streitfällen.

 

Seit 2019 gibt es nun für ALLE Filmschaffenden eine Anlaufstelle die Anonymität gewährleistet und ebenfalls Beratung anbietet:

 

#we_do !

 

Mit #we_do! schaffen die Österreichischen Filmschaffenden eine unabhängige Anlauf- und Beratungsstelle für alle, die in der österreichischen Film- und Fernsehbranche tätig sind. Es geht vorrangig um folgende Themen:

  • Diskriminierung und Ungleichbehandlung
  • Machtmissbrauch
  • sexuelle Übergriffe
  • Verletzungen im Arbeitsrecht

 

https://we-do.filmschaffende.at/

 

Dokumentation

Jede Person kann einen Missstand, den sie selbst erlebt hat oder selbst beobachtet hat, anonym melden. Diese Fälle werden jährlich anonymisiert gesammelt und in einem Bericht durch externe Expert_innen aufgearbeitet. Die Verfügbarkeit von Daten und Zahlen ermöglicht es, Probleme direkt anzugehen.

Beratung

Ausbeutung, Demütigung oder Übergriffe hinterlassen Spuren – damit muss niemand allein zurecht kommen. Auch mitzuerleben, wie jemand anderes erniedrigt wird, kann schwer verdaulich sein. Es hilft, sich auszusprechen oder konkrete Beratung einzuholen: persönlich, telefonisch, via Skype – kostenlos und anonym durch branchenexterne Berater_innen. Führungskräfte können sich bei #we_do! über Präventionsmaßnahmen und Regelungen informieren.

Veränderung

Langfristiges Ziel von #we_do! ist eine strukturelle Veränderung: Gemeinsam mit den Verbänden aller Filmschaffenden werden auf Basis der gesammelten Fälle strukturelle Lösungen für eine Verbesserung der Arbeitsverhälntisse erarbeitet.

 

#we_do! steht allen Filmschaffenden zur Verfügung. 

 

Meike Lauggas ist ausgebildete Coach und Organisationsberaterin. Sie kennt sich im Arbeitsrecht, bei Diskriminierungen und den Ambivalenzen aus, unangenehme Erfahrungen überhaupt zu thematisieren. Studiert hat sie Geschichte und Beratungswissenschaften. Meike Lauggas unterrichtet an Unis und ist als Trainerin tätig.
Mehr zu ihrer Person erfährst du hier:
www.meikelauggas.at
T: +43-680-11 82 570
M: we-do@filmschaffende.at

 

Norbert Pauser ist Bildungswissenschafter und zertifizierter Berater für Managing Gender and Diversity. Er ist als Berater und Trainer tätig, publiziert zahlreich und betreut Sensibilisierungsprojekte zu Diversity und Inclusion.
Mehr zu seiner Person erfährst du hier:
www.diversity-inclusion.at
T: +43-664-24 55 988
M: we-do@filmschaffende.at 

 


 

LINKS & RESSOURCEN

 

Perücken-Verleih

HERO Wigs

Monika Krestan – Perückenverleih

 

SFX-Anfertigungen

Atelier Roman Braunhofer

Gaby Grünwald (SFX-Anfertigungen und Vertrieb von MouldLife, BenNye, Dinair)

 

MaskenbildnerInnen-Zubehör / Österreich

MakeupPro (Wien)

Brennig (Wien)

Jantscha Friseurbedarf (Wien, St.Pölten, Linz, Salzburg)

Blond und Braun Haarfabrik (Wals bei Salzburg)

 

MaskenbildnerInnen-Zubehör / International

Bela Kosmetik (München)

Maske Berlin

Fischbach + Miller Haarfabrik (Laupheim bei Ulm)

Kerling Haarfabrik (Backnang bei Stuttgart)

Tilt Professional Makeup (London)

PAM – Precious About Makeup (London)

 

Maskenmobil-Verleih

MasqueRide 

Michaela Payer – Maskenmobil

 

 



HÄUFIG GESTELLTE FRAGEN (FAQ)

Wie werde ich MaskenbildnerIn ?

Seit Herbst 2018 gibt es auch in Österreich die MaskenbildnerInnen-Lehre. Sie kann klassisch in 3 Jahren absolviert werden oder als Lehre im 2. Bildungsweg (1,5 Jahre) wenn bereits Erfahrung im Bereich Maskenbild vorhanden ist.

Detailliertere Infos gibt es unter Maskenbild  Ausbildung.

Welche Voraussetzungen sollte ich mitbringen ?

Als MaskenbildnerIn arbeitet man sehr nah am Menschen, darum sind Einfühlungsvermögen, Geduld, Ausdauer, Belastbarkeit, sowie Flexibilität von Vorteil.

In der Vorbereitungszeit sind dramaturgisches Denken, künstlerische und schöpferische Fantasie, Kenntnisse der Kunst- und Kulturgeschichte (historische Make-up- und Frisurengestaltung), aber auch kaufmännische Grundkenntnise für die Budgetverwaltung wichtig.

Um den Dreh erfolgreich planen zu können bedarf es der Fähigkeit ein funktionierendes Team zusammenstellen und führen zu können, Abläufe richtig einschätzen zu können und den Überblick zu behalten was Anfertigungen und Materialbestellungen betrifft. Es ist essentiell die (optischen) Veränderungen der Figuren zu verinnerlichen, und mit entsprechender Dokumentation der unterschiedlichen Stadien, sowie Auszugslisten und chronologischen Übersichten jederzeit auf geänderte Drehpläne reagieren zu können.

Bei der Arbeit am Filmset hilft Stressresistenz, Improvisationsvermögen und Disziplin. Grundkenntnisse von verschiedenen Lichtsituationen, Lichtquellen und Beleuchtungsmöglichkeiten sind ebenfalls wertvoll.

Generell ist zu sagen, dass die Arbeit als Film-MaskenbildnerIn prekär, unstet und nicht planbar ist! Anstellungen sind immer projektbezogen und zeitlich befristet; sehr arbeitsintensive Phasen wechseln sich mit Phasen der Arbeitslosigkeit ab. Drehs an Originalschauplätzen machen mehrwöchige/mehrmonatige Abwesenheiten vom Wohnort erforderlich. Während des Drehs variieren die Arbeitszeiten täglich und Nachtarbeit findet häufig statt. Eine Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist de facto nicht – oder nur unter größten Anstrengungen und hohen Kosten – gegeben.

Um mehr Einblick in die Lebensrealität von Filmschaffenden in Österreich zu bekommen lohnt ein Blick in die Studie zur sozialen Lage der Filmschaffenden.

Wie werde ich film*makeup – Mitglied ?

Da wir die Interessensvertretung von filmschaffenden MaskenbildnerInnen sind musst du bereits in diesem Berufsfeld tätig sein um Mitglied werden zu können. Voraussetzungen sind eine abgeschlossene MaskenbildnerInnen-Ausbildung, sowie die Mitarbeit bei 2 abendfüllenden Filmen (Kino oder TV) als AssistenIn oder MaskenbildnerIn im Team.

Alle Infos zur Mitgliedschaft findest du  hier.

Was sind die Aufgaben von Film-MaskenbildnerInnen ?

Die Aufgaben sind mit jedem Filmprojekt neu und anders – das macht den Job auch so spannend! Ganz allgemein kann man die Aufgaben in verschiedene Produktionsphasen einteilen:

 

Vorbereitung (Pre-Production)
  • Lesen und Bearbeiten des Drehbuches (erste Auszüge!)
  • Recherchieren von historischen und aktuellen Vorlagen (Haartrachten, Verletzungen, Unfällen und deren Folgen, Krankheits- und Genesungsverläufen)
  • Aufzeigen der technischen, gestalterischen Möglichkeiten und Vorschläge zur Umsetzung des Regiekonzeptes
  • Erstellen eines maskenbildnerischen Konzepts (Make-up, Frisuren, Farben,…) in Rücksprache mit der Regie und der Kostümabteilung
  • Planung und Kalkulation nach vorliegender Besetzungsliste und Drehplan sowie Ermittlung des Arbeitsaufwandes (Maskenteam zusammen stellen!)
  • Realisierbarkeit von maskenbildnerischen Konzepten im Gespräch mit den DarstellerInnen klären (evtl. Anfertigung von Abdrücken, Schablonen, etc.)
  • Herstellung von Perücken, Bärten, Glatzen, Narben, Wunden, Zahnersatz, sowie Gesichtsplastiken, etc.
  • Materialdisposition und Einkauf von Maskenmaterial
  • Maskenproben, idealerweise in Verbindung mit Kostüm- und Kameraproben und im Beisein der Regie (Dokumentation!)
  • Planung der Maskenzeiten (Darsteller „aufteilen“), Character-Sheets anlegen
  • Maskenmobil beziehen – Arbeitsplätze einräumen
  •  
  • Dreh (Production)
  • Umsetzung des maskenbildnerischen Konzepts an den Darstellern
  • Betreuen der Darstellerinnen im Drehverlauf
  • Einlegen und Frisieren von Eigenhaar, Aufsetzen von Perücken, Ankleben von Bärten, Aufkleben von Prosthetics, Schminken von Wunden und Narben, sowie Einsetzen von falschen Zähnen, etc.
  • Setbetreuung der DarstellerInnen inkl. Umbauten auf andere „looks“
  • Physische Betreuung: Abschminken, Abnahme von Haarteilen und Prosthetics, Hautpflege
  • Pflege, Reinigung und erneutes Auffrisieren von Haarteilen, Perücken, Bärten
  • Wartung der Arbeitsmittel (Pinsel, Bürsten, Arbeitsgeräte,…)
  •  
  • Nachbereitung / Projektabwicklung (Post-Production)
  • Maskenmobil räumen
  • Reinigung und Rücklieferung von geliehenen Perücken, Haarteilen, Bärten, etc.
  • Reinigen und Ordnen der Arbeitsgeräte
  • Abwicklung der Produktion: letzte Zahlungen tätigen, Materialverbrauch ermitteln, Abrechnung mit der Produktionsfirma

 

Generell ist zu sagen, dass die Arbeit als Film-MaskenbildnerIn prekär, unstet und nicht planbar ist! Anstellungen sind immer projektbezogen und zeitlich befristet; sehr arbeitsintensive Phasen wechseln sich mit Phasen der Arbeitslosigkeit ab. Drehs an Originalschauplätzen machen mehrwöchige/mehrmonatige Abwesenheiten vom Wohnort erforderlich. Während des Drehs variieren die Arbeitszeiten täglich und Nachtarbeit findet häufig statt. Eine Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist de facto nicht – oder nur unter größten Anstrengungen und hohen Kosten – gegeben.

Um mehr Einblick in die Lebensrealität von Filmschaffenden in Österreich zu bekommen lohnt ein Blick in die Studie zur sozialen Lage der Filmschaffenden.

Wie viel verdiene ich als Film-MaskenbildnerIn ?

Film-MaskenbildnerInnen müssen von der jeweiligen Produktionsfirma angestellt werden. (Ausnahme: Sie fertigen für eine bestimmte Produktion zB. eine Perücke oder einen Bart an und arbeiten nicht am Set – in dem Fall können sie eine Rechnung stellen und müssen nicht angestellt werden. Versicherungs-Grenze von 5.527,92 Euro / Jahr beachten! – Stand 2020)

Wie viel Film-MaskenbildnerInnen verdienen ist Verhandlungssache und hängt auch davon ab, ob sie nur für 1 Tag oder über einen längeren Zeitraum engagiert werden. Die Gewerkschaft Younion (Sektion Film) verhandelt jährlich den Kollektivvertrag für Filmschaffende – das heißt es gibt in Österreich eine Mindestgage die nicht unterschritten werden darf! Da Filmprojekte in Österreich so gut wie immer aus öffentlicher Hand finanziert werden, sind der Über-Kollektivvertrag-Bezahlung Grenzen gesetzt.

Du findest weitere Infos und Links zum aktuellen Kollektivvertrag hier

Wie finde ich Jobs als Film-MaskenbildnerIn?

RegisseurInnen suchen sich ihre Head of Departments selbst aus oder bekommen Vorschläge von der jeweiligen Produktionsfirma. Die Head of Departments wiederum stellen sich ihre Teams eigenständig zusammen. Anders als bei Theaterbetrieben werden Film-MaskenbildnerInnen-Stellen nicht ausgeschrieben, man hat also auch keine Möglichkeit sich im klassischen Sinn dafür zu bewerben. 

Um erste Erfahrungen als Film-MaskenbildnerIn zu sammeln bieten sich Kurzfilme an. StudentInnen verschiedener FHs und Unis produzieren jedes Semester Kurzfilme und sind oft auf der Suche nach angehenden MaskenbildnerInnen, zB. hier:

Filmakademie Wien
die Graphische (Wien)
FH St. Pölten
FH Salzburg

Obwohl die StudentInnen zumeist keine Gage zahlen können ist es üblich zumindest Materialgeld zu erhalten.

Der nächste Schritt ist ein Praktikum und danach eine Maskenassistenz bei einer etablierten Film-Maskenbildnerin / einem etablierten Film-Maskenbildner. Dabei sieht man die Abläufe eines großen, professionellen Drehs und lernt dabei auch andere MaskenbildnerInnen kennen.

PraktikantInnen dürfen den MaskenbildnerInnen auf die Finger schauen, AssistentInnen dürfen nach Anleitung auch ein bisschen zuarbeiten. Eigenständiges, maskenbildnerisches Arbeiten ist jedenfalls nicht Teil der Tätigkeit. Je nach Art der Anstellung kann es sein, dass PraktikantInnen überhaupt nicht ans Set dürfen (das ist eine Frage der Versicherung), sondern im Maskenmobil / im Maskenraum an der Base bleiben müssen.

Die meisten Film-MaskenbildnerInnen arbeiten nach der Zeit als AssistenIn zunächst als Zusatzmaske für die Komparserie. Diese Tätigkeit fällt oft tageweise an und auch dabei lernt man immer neue KollegInnen kennen.

Mit etwas mehr Erfahrung kann man als MaskenbildnerIn im Team arbeiten. Es ist ein klassisches Sich-Hocharbeiten durch die verschiedenen Positionen bis man irgendwann Head of Department (Chef-MaskenbildnerIn) ist – wenn man das anstrebt.